Die Christengemeinschaft
Bewegung für religiöse Erneuerung

Brief an die Gemeinde



B E T E N 

„Es ist nie auf der Erde mit so wenig Worten so viel gesagt worden. Wie mit Himmelskräften geladen kehrt der Mensch aus diesen Bitten auf die Erde zurück. Der Wort-Leib des Vaterunsers ist so konzentriert wie nur möglich, aber der Geist, der darin wohnt, umfasst Himmel und Erde.

Und auch „ins Verborgene“geht gerade das Vaterunser. Es ist wie ein Gang ins Innere Gottes, wenn wir in den drei ersten Bitten vom Namen ins Reich, vom Reich in den Willen geführt werden. Und es ist ein Gang ins Innere des Menschen, wenn wir in den letzten vier Bitten von der Not zur Sünde, von der Sünde zur Versuchung, von der Versuchung zur Macht des Bösen geführt werden. [...] 

Das Vater unser ist volkstümlich und tief zugleich. Es ist ehrfürchtig und frei zugleich. Es ist das Gebet aller Völker und Zeiten.“ (Friedrich .Rittelmeyer, s.w.u.)


Liebe Freunde der Christengemeinschaft 

In Graubünden, manchmal lebt in uns eine ungestillte Sehnsucht, ein Durst nach etwas Unaussprechlichem. Vielleicht vergessen wir, wie das Beten eine ungeahnte Kraft auslösen kann: In uns, für unsere Mitmenschen und für die Entwicklung der ganzen Schöpfung. Das Beten löscht den Durst, eine tiefe Sehnsucht wird erfüllt. 

Paulus schrieb den Gemeinden in seinen Briefen: „Betet ohne Unterlass“ 1.Thess 5,17 „Hört nicht auf zu beten und zu flehen. Betet jederzeit im Geist; seid wachsam.“ Eph 6,18. Weder durch Weisheit, noch durch äusseren Wissensdurst oder schulmässigem Wissen kann man das unablässige Gebet im Herzen erlangen. Vielleicht ist es einfacher als man denkt? Beten ohne Erwartung, ohne verstehen müssen, nur mit dem Herzen dabei sein. Es kann mein Leben, das der Anderen und die Welt verändern.

        In herzlicher Verbundenheit Ihre

Marina Gschwind Grieder


Empfehlenswerte Literatur zum Vater Unser: 

Friedrich Rittelmeyer, „Das Vater Unser“ Urachhaus 1985.         Peter Selg, Das Vaterunser in der Darstellung Rudolf  Steiners, Verlag Freies Geistesleben,  2012