Die Christengemeinschaft
Bewegung für religiöse Erneuerung

B R I E F  A N  D I E  G E M E I N D E

„Was will die Christengemeinschaft?“
Eine kleine Kostprobe aus den letzten 
Vorträgen, die Emil Bock 1958/ 59 vor seinem Tode in Stuttgart gehalten hat. 

„Ein moderner Christ ist nicht der, der an irgendwelche Behauptungen über die übersinnliche Welt oder irgendeiner neueren Lehre glaubt, sondern der, der versucht zu erkennen und einzusehen, was seine eigene Erkenntniskraft hergibt. […] 


Die religiöse Sehnsucht, die im Menschen irgendwo noch da ist, stellt die Fragen. Und die Antwort kommt nicht von irgend jemand, sondern sie kommt aus der religiösen Erfahrung selbst. […]

Die religiöse Praxis gibt die Antwort auf die Fragen, die die religiöse Sehnsucht stellt.  Man kann dahin gelangen, wo man in das Antlitz dessen ahnend hineinschaut, zu dem man sich im Gebet wendet. […] 


Ja, wer nicht fragt, erhält auf diesem Felde keine Antwort. Der Tod der Frage ist der Tod der Kultur […]

Es muss mehr mit sehnsüchtiger Seele gefragt werden, dann findet der Mensch sich selbst. […]


Die Christengemeinschaft wendet sich nicht an diejenigen, die religiös versorgt sind. Wir möchten niemanden stören, der in einem bestimmten religiösen Zusammenhang steht und da seine Wege geht. Wir möchten mit der konsequentesten Toleranz jedes religiöse Bekenntnis und jedes religiöse Suchen, das auf festgelegten Wegen geht, bejahen. Aber die Christengemeinschaft möchte da sein für die heimatlosen, suchenden Seelen, die zunächst keinen Weg gefunden haben.“

(Verlag Urachhaus - Stuttgart 1961)