Die Christengemeinschaft
Bewegung für religiöse Erneuerung

B R I E F  A N  D I E  G E M E I N D E


Er ist seit dieser Zeit der Herr der Himmelskräfte auf Erden 
und lebt als der Vollführer der väterlichen Taten des Weltengrundes.



Er wird einst sich vereinen zum Weltenfortgang mit denen, 
die Er durch ihr Verhalten dem Tode der Materie entreissen kann.


Durch Ihn kann der heilende Geist wirken. 


(8.9.10. Satz des Christlichen Bekenntnisses der Christengemeinschaft)


 

P F I N G S T E N  2022
Liebe Freunde und Mitglieder der Christengemeinschaft in Graubünden von Nah und Fern!
Liebe Freunde und Mitglieder der Christengemeinschaft auf der Insel Lanzarote!

"Ich bin gekommen ein Feuer auf die Erde zu werfen;
 ich habe keinen anderen Wunsch, als es entflammt zu sehen.“ Lukas 12,49

Das Pfingstfest schliesst direkt an Himmelfahrt an und es wird in der Christengemeinschaft drei Tage lang gefeiert. Sonntag, Montag, Dienstag. So kurz wie eben ein Holz-Feuer machmal brennt, wenn es einmal entzündet ist. Wenn es aber weiter brennen soll, muss es stets mit neuem Holz gespiesen werden, damit es nicht erlischt. Das geistige Feuer von „oben“ - dem geistigen Himmel -, das auf die Erde fällt, verhält sich nicht anders, auch ES muss von den Menschen stets neu gespiesen und gepflegt werden, damit die innere Flamme nicht erlischt. 


Eine weitere Dreiheit deutet auf das grosse Geheimnis hin, das in uns brennen möchte. Das Geheimnis der Geburt Christi, des Gottessohnes auf Erden. Das Geheimnis seines Todes und der Auferstehung, das Geheimnis der Sendung des Geistes,
 "Der da heilet was krank sich erweiset im Erdensein. 
„Dass Geistgeheilt Menschen-Seelen gesund sich halten durch alle Erden- Zeiten-Kreise“, 
wie es in beiden Pfingst-Zeitengebeten der Menschenweihehandlung ausgesprochen wird.

Und schließlich ein Drittes: Die drei Sätze, der achte neunte und zehnte Satz aus unserem christlichen Bekenntnis, (s.oben). Er der Auferstandene Christus, Er hat sich mit uns unwiderruflich vereint. Er wirkt mit uns in allem Schaffen, in unserem Verhalten, und mit allem, was wir in unserem Erdenleben vollbringen wollen. Durch Ihn kann der heilende Geist wirken. 

Diese heilende Pfingst-Flamme der Liebe von Gott zu den Menschen wird bei jeder neuen Geburt des Kindes auf Erden in sein Herz gelegt. Ob diese Flamme ein Leben lang brennt, hängt zunächst von irdischen Verhältnissen ab.  Sie hängt von den Eltern und den Lehrern ab und schliesslich hängt sie von jeder Individualität als werdender Erwachsener von sich selbst ab. Aus diesem Geschehen heraus werden die heutigen "Jünger Christi“ Mitarbeiter Gottes und Träger des göttlichen Wirkens. So wird uns Pfingsten zum Fest der menschlichen Individualität, die sich nicht selbst genug ist, sondern aus der göttlichen Gegenwart sich selbst findet. - und dadurch auch die anderen unserer Menschheitsfamilie findet, die in sich die göttlich geistige Pfingstflamme entfacht haben. Diese Vereinigung in sich mit Gott in der Liebe führt schliesslich zu einer neuen Menschengemeinschaft in Christus. 


Liebe Freunde der Christengemeinschaft von Nah und Fern: 
Zum Schluss möchte ich in persönlicher Angelegenheit ein paar Zeilen schreiben:

Mit dieser, meiner letzten Botschaft, verabschiede ich mich von euch in dieser Form der Kommunikation. Die Art der Verbindung im Schreiben der Botschaften an euch, war mir immer ein tiefes Anliegen. Ich verdanke es den letzten zwei Jahren, in denen wir alle gefordert waren mit den Corona-Umständen zu leben. Erstaunlich, welche farbigen Früchte an unserem Bündner Gemeindebaum - durch die Einschnitte einschneidenden Einschränkungen - haben wachsen können. Durch die Art und Weise im Schreiben zu den in Christus verbundenen Seelen der Gemeinde, ist eine tiefe Verbindung gewachsen.  Ich fühle  jetzt schon, dass ich diese Art von Kommunikation vermissen werde.  
So kann es gut sein, dass ich, wenn ich umgezogen und alles seinen Platz wiedergefunden hat, aus meiner "Eremiten-Höhle“ neue freie Botschaften für alle, die das wünschen weiterschreiben werde. Es wird wohl Advent werden bis es soweit ist, da ich für ein paar Monate einen Zwischen-Wohn-Halt mache, bevor ich meine endgültige Wohnstätte beziehen kann. In welcher Form das sein wird, wird sich erweisen.
Ich bedanke mich aus tiefem Herzen für alle lieben Rückmeldungen und Aufmunterungen, die mir zugekommen sind. Ich habe viele wunderschöne Gedanken als Geschenk zurück erhalten, welche ihr mir geschrieben habt. Ich fühlte, dass meine Gedanken in den Botschaften eure Seelen erreicht haben, das befeuerte mich immer wieder, eine neue Botschaft zu schreiben. Die Frucht einer unverbrüchlichen Verbundenheit mit den Gemeindeseelen ist daraus erwachsen. 


Als kleiner Dank möchte ich mit euch eine meiner liebsten Geschichten teilen, Es ist die letzte Erzählung aus der Mahabharata, die mich ein Leben lang begleitet und tief berührt. Ihr werdet erkennen warum! Sie zeigt mir, dass es im wahren Himmel doch noch richtig zu und her geht! 





YUDHISTIRA UND DER HUND   
„Der grosse Held Yudhistira war mit sich ins Reine gekommen, dass ihn auf dieser Welt nichts mehr zurückhalten könne. Er hatte alle Freuden, alle Macht, alle Ehren, die einem Menschen zuteil werden können, erlebt. Aber er war auch durch alle irdischen Höllen gegangen, hatte Armut, Knechtschaft, Verbannung und Demütigung am eigenen Leibe erfahren.
Am Ende seiner Lebensaufgabe angelangt, machte er sich auf seinen letzten Weg und wanderte in Richtung Himalaya, in der Hoffnung, vom höchsten Berg der Welt aus, den Weg in den Himmel zu finden. 
Es folgte ihm seine Familie ein Stück weit, aber bald schon blieb einer nach dem anderen zurück. Der eine verdurstete in der Sonnenglut der Ebene, den zweiten raffte ein Fieber im tropischen Dschungel dahin, andere wieder wurden von Müdigkeit und Kälte übermannt als sie in die eisigen Höhen aufstiegen. So wurde die Gruppe immer kleiner, bis Yudhistira schliesslich ganz alleine war, gefolgt nur von einem kleinen, treuen Hund, der ihm in einem der letzten Dörfer nachgelaufen war.
Als sie den Gipfel erreicht hatten, öffnete sich der Himmel und Indra, der König aller Götter, trat heraus und hiess Yudhistira willkommen. Als er das feurige Himmelsgefährt besteigen wollte, um in den Himmel einzufahren, da sprang auch der kleine Hund auf den Wagen. Indra, der Himmelskönig wehrte entrüstet ab und hiess Yudhistira, dieses verlauste Tier wegzujagen. Dieser hielt erschrocken inne und sprach: “O grosser Herr, dieser Hund ist die einzige Seele, die in Treue zu mir gehalten hat und mir bis hierher gefolgt ist. Wie sollte ich ihn hier zurücklassen?”
Und es entspann sich ein grosser Disput zwischen Yudhistira und dem Herrn des Himmels. Aber Indra liess sich nicht erweichen und Yudhistira hatte nur die Möglichkeit, den Himmel ohne Hund zu betreten - oder auf den Himmel ganz zu verzichten.
Da wandte sich Yudhistira ab und sprach: “Gern verzicht’ ich, O Herr, auf einen Himmel, der nicht gross genug ist, als dass auch eine Hundeseele in ihm Platz fände!”
In diesem Moment geschah es, dass sich der kleine Hund in eine gleissendes Licht verwandelte und “Yama” der Gott des Todes und der Barmherzigkeit vor ihm stand. Mit schwindenden Sinnen hörte er eine Stimme, die sagte: “Yudhistira, o Yudhistira, du Barmherziger, das war deine letzte Prüfung!” Und mit überschäumendem Jubel öffneten sich die Tore des wahren Himmels, und alles war Glanz und Herrlichkeit”
(Legende vorbuddhistischer Zeit aus dem Heldenepos Mahabaharata)



Ich grüsse euch alle sehr herzlich stets
Eure
Marina 
Gschwind Grieder

























































































































































in Christi Verbundenheit 
Eure

































































Marina Gschwind Grieder