Die Christengemeinschaft
Bewegung für religiöse Erneuerung

B R I E F  A N  D I E  G E M E I N D E

12. Botschaft an die Freunde der Christengemeinschaft in Graubünden
zum Sonntag, 28.Februar 2021


Liebe Freunde der Christengemeinschaft in Graubünden von Nah und Fern!

Morgen  am letzen Februar Tag feiern wir den letzten Trinitarischen Sonntag vor Beginn der Passionszeit am 7. März. 
Das Evangelium der Verklärung Jesu-Christi, Matth. 17, 1-18 wird verkündet. 

Im Norden Israels erhebt sich der Berg Tabor. Dieser Berg wird von vielen Heilig-Land-Pilgern, als jener Berg angesehen, auf dem sich die Verklärung Jesu ereignet haben soll.

"Nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus, Jakobus und Johannes dessen Bruder abseits von den übrigen auch einen hohen Berg.“

Schauen wir auf das Bild: Wie ein lebendiges Wesen erhebt sich der Berg Tabor 588 m hoch weithin sichtbar über die grosse Ebene. Es scheint als würde die Erde einen Buckel machen. 
In unserer Region scheint dies kein so hoher Berg zu sein, wo wir lauter 3000der um uns haben. 
Doch wir wissen, dass man in einer Stunde ca. 300m erklimmen kann, so stiegen diese vier Menschen doch fast zwei Stunden hinauf. Welch weiten Blick öffnete sich ihnen über das ganze Land Israel als sie oben ankamen. Im Evangelium steht aber nichts von dem Weitblick der Landschaft, aber ein anderer Blick eröffnete sich ihnen sogleich:  

"Und Seine Gestalt wurde verwandelt vor ihnen: "Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Gewänder wurden weiss, hellstrahlend wie das Licht.“

Wenn von einem hohen Berg oder in den Höhen gesprochen wird, so heisst das auch "sich nach oben" wenden, hinaufsteigen, sich in die "oberen" geistigen Sphären begeben.
 
Wer kennt nicht das hehre Gefühl, wenn man sich vor Sonnenaufgang noch im Dunkeln auf den Weg macht, auf einen hohen Berg zu steigen, Schritt um Schritt schweigend, weil es anstrengend ist, immer höher und höher, und man dann bei der Ankunft über dem Gipfel erhaben die Sonne aufgeht. Unvergessliche Momente.
Wie ist das, wenn wir diese Bergtour rein seelisch geistig in unserer Kammer erklimmen? Wenn wir uns innerlich auf den Weg machen?
Jeder wird seine Erfahrung gemacht haben, dass es auch in einem kleinen Raum geht, wenn wir beten oder meditieren. Und wie dann die innere Sonne aufgeht, die uns den ganzen Tag begleitet und unsere Arbeit be- und Er-leuchtet.
In der Menschenweihehandlung gibt es eine kurze Stelle, wo wir darum bitten, dass "unserem Tage Sein Licht scheine und Er uns annehmen möge". Für mich ist diese Stelle immer ein wenig wie eine kleine Verklärung auf dem Berge, die das alltägliche Leben anders Er-leuchtet. Es ist nicht unbedingt gleissend hell, sondern eher ein zartes warmes Licht, das aus dem eigenen Inneren aufsteigt.

Ich wünsche euch eine warm erleuchtete Woche,
In herzlicher Verbundenheit
eure

Marina Gschwind Grieder