Die Christengemeinschaft
Bewegung für religiöse Erneuerung

B R I E F  A N  D I E  G E M E I N D E

Ein einsamer Roggenhalm zwischen gemischtem Feld in Polen 2020

(Foto MGG)


"….Es ist die Stimme eines Rufers in der Wüsten-Einsamkeit: 
Bereitet den Weg des Herrn! Machte eben seine Pfade!“
So trat hervor Johannes in der Wüste und verkündete die Taufe 
zur Sinnesänderung und der Vergebung der Sündenlast. 
Und es ging hinaus zu ihm das ganze judäische Land 
und alle Leute aus Jerusalem. 
Markus 1

32. Botschaft an die Freunde der Christengemeinschaft in Graubünden
in die Johanni Zeit


Liebe Freunde der Christengemeinschaft in Graubünden und in Polen von Nah und Fern!

Bevor ich an die alljährliche Sommertagung in Polen mit den Polen für die Gründung der Gemeinde in Polen verreise, möchte ich euch allen mit diesen Zeilen eine lichtvolle Sommerzeit wünschen.

Leider konnten wir dieses Jahr weder in Chur noch in  San Niclà eine Johanni-Weihehandlung feiern, ausser in Ardez, wo sie vom 24. Juni dem Johannes Tag, bis 1.Juli in der Hauskapelle noch zelebriert wird. 

Auch wenn politisch den Menschen einige Lockerungen versprochen wurden, lastet über unsere Welt eine angespannte Situation. Wie geht es weiter? Eine Rückkehr der Verhältnisse vor März 2020 gibt es nicht mehr. geben. Unterschwellig und auch offensichtlich erleben wir eine gespaltene Gesellschaft gedrängt von Angst und Unsicherheit. Auch wenn viele das nicht sehen wollen. Die Sorglosigkeit mit der man sonst freudevoll in den Sommer geht, kann sich nicht so richtig einstellen. 

Und doch,  im Inneren gibt es immer einen Weg sich am Sommer Licht und ihrer Wärme in der Natur zu freuen. Gerade in dieser Zeit können wir mit Johannes dem Täufer, den Sinneswandel-Weg gehen, jeder auf seinem eigenen Weg und in Gemeinschaft. Das Wort Sündenlast hören wir nicht so gerne. Wir würden lieber das, was sich Sünde nennt abschütteln, als eine lästige Last, die uns - so glauben und fühlen wir doch - schuldlos aufgeladen wurde. 

Das Wort Sünde kann man aber einfach als Absonderung von Gott lesen. Daher kommt der Wortstamm. Damit können wir eher umgehen, weil Sündenlast in diesem Licht gesehen nämlich zu ändern ist. Und alles, was in unserer Macht steht es ändern zu können, wenn wir es wollen, erlöst uns von dem Sünden-Last Begriff. 

In unserer Johanni-Epistel kommt in vielfältiger wundervollen Weise das Licht in allen Variationen vor: das Weltenlicht, der Lichtglanz, das Aetherlicht, die Christus-Sonne, die Aetherstrahlen  der Sonnengeist, die erglänzenden Geisteswellen.  Weiter wir in uns die Sehnsucht erweckt nach dem Lichterkennenden, dem Lichtersehnenden, dem Gnadenlicht. Und wir dürfen empfangen den Lichtesspender, den Lichtesschöpfer umgeben vom Lichte der allumfassenden Liebe. 

Liebe Freunde das Wesen Johannes eröffnet uns einen lichten Weg in eine Zukunft in der wir dem Jesus-Christus in- und um- uns den Weg ebnen auf der vom Menschen so verletzten Erde. 
Mit der kleinen Predigt von Engelbert Fischer möchte ich euch Mut, Zuversicht mit auf den Sommerweg geben, auf dass wir weiterhin für das Geistige wach bleiben, wenn die äussere Welt scheinbar schläft. 


Zum Evangelium Markus 1 :

„ Jetzt sieht man es wieder auf den Getreidefeldern, wie sich das Verhältnis der Getreidehalme zu Himmel und Erde ändert. Während die Halme noch immer sich aufrecht im Sommerwind wiegen, bewirkt die Schwere des Kornähre eine Beugung zu Erde zurück: Urbild der Dankbarkeit in der Zuwendung zum Wurzelgrund. Und diese Dankbarkeit zeigt uns an: Jetzt können wir daraus gewinnen, was uns Brot wird.

In den Ferien und Reisezeit, am Meer oder auf der Alm können auch wir uns fragen: Wollen wir bleiben wie das Gras und uns in der Weltenschönheit nur wiegen, oder wollen wir werden wie das Getreide, das die Wendung zum Wurzelgrund, dem göttlichen Vatergrund, übt und vollzieht?

Denn unsere frei geübte, herzwarme Zuwendung und Dankbarkeit (griech. Eucharistia) ist etwas, worauf die Wesen der Himmelswelt warten, um daraus zu gewinnen, was ihnen Brot werden kann und will. 

Ändert euren Sinn! Ruft Johannes.


Ich wünsche allen einen lichtvollen sonnenerfüllten Sommer im Herzen sowie draussen,

In herzlicher Verbundenheit
eure

Marina Gschwind Grieder