Die Christengemeinschaft
Bewegung für religiöse Erneuerung

B R I E F  A N  D I E  G E M E I N D E


Abendstimmung Walkringen November 2020 mit Jupiter links oben....


 1. Botschaft an die Freunde der Christengemeinschaft in Graubünden

Übergang vom Totenmonat zum 1. Advent 
29. November 2020

Liebe Freunde der Christengemeinschaft in Graubünden von Nah und Fern!

Mit dem kommenden Sonntag, 1. Advent treten wir in ein neues Kirchenjahr ein, deswegen steht oben 1. Botschaft. Wir fangen also neu an.

Diese letze Woche vor Advent, die vier Wochen der Er-Wartung einläuten, stehen wir bildhaft wie auf einer  Brücke. Letzten Sonntag haben viele Kirchen den Totensonntag gefeiert. Wie wird der Tod gefeiert? Wir erinnern uns an unsere lieben Verstorbenen gedenkt ihnen im Gebet, geht auf die Gräber und zündet ein Licht an. Man schenkt den Verstorbenen Wärme und Licht, das in der äusseren Dunkelheit und Kälte der Friedhöfe leuchten soll. Der November, bekannt als der Monat des Todes, kann uns zu Besinnlichkeit und den Blick zum Wesentlichen führen. Dieser November 2020 schien durch den Ausnahmezustand der Corona-Zeitfür viele Herzen der Menschen in besonderer Weise eine Türe zur Verinnerlichung zu öffnen.

Eine Priesterin der Gallikanischen Kirche aus Zürich schrieb in ihrer Novemberpredigt:

"Sollten wir uns in einer Gesellschaft, in der wir gewohnt sind, von Feier zu Feier, von Fest zu Fest zu eilen und zu planen, nicht wieder aufs Wesentliche besinnen? Kaum sind die Herbst- und Erntedankfeste zu Ende, sehnen wir uns wieder nach Weihnachten. Kaum ist Weihnachten zu Ende stehen die Feiern von Fastnacht und Ostern vor der Türe. Und dann kommt bald wieder der Sommer….
Wir hetzen also von Höhepunkt zu Höhepunkt und haben es verlernt, die Tiefpunkte, die sog. leeren Zeiten auszuhalten. Zeiten der Besinnung, des Nachdenkens, der sog. Leere. Eine Leere, die eben nicht leer, sondern gefüllt ist. Aber hetzen wir nicht auch in den Kirchen oftmals von Event zu Event, von Fest zu Fest?“

Zeiten der Leere aushalten. Innerlich achtsam auf kleine Dinge werden, das Unsichtbare in der Vergänglichkeit suchen, es sind Tugenden, die uns auf das Wesentliche des Lebens führen. Ein wenig Klosterleben im Alltag üben, als Brücke zu der noch tieferen Stille, die mit dem Advent, dem Monat der Erwartung beginnt.

Das Evangelium dieser letzten Woche vor Advent, 
spricht aus der Offenbarung des Johannes im 21 Kapitel:

"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und auch der wogende Ozean ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus göttlichen Welten hernieder fahren, zubereitet wie eine Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat. Und ich hörte eine gewaltige Stimme von dem Thron, die sprach: Siehe, die Tempelhütte Gottes mitten unter den Menschen.“ 

Auf der Erde bauen wir bekanntlich von unten nach oben, so entstehen unsere Städte. Die Stadt der Zukunft aber wächst von oben nach unten! Das heisst die Fundamente sind oben.
Das Fundament unten auf dem wir unser Leben leben, wird uns nicht ewig tragen. Am Fundament, das oben gründet sollen wir bauen, auch jetzt schon, wo es den alten Himmel und die alte Erde noch gibt.

Und hier das Evangelium Lukas 21 die sogenannte "kleine Apokalypse" die Jesus am Ölberg 
kurz vor dem Verrat des Judas zu seinen Jüngern gesprochen hat. 
Wir hören es am 1. Advent 4 Wochen lange bis an Weihnachten. 
In ähnlicher Weise wie die November Offenbarung, rüttelt uns die Lukas Apokalypse auf: 

„ Es werden Zeichen erscheinen an der Sonne, am Mond und an den Sternen. Und auf Erden werden die Völker, die am bisher gültigen festhalten, in Bedrängnis geraten und ratlos werden vor dem Heranbrausen des Meeres und seiner Wogen. Die Menschen werden die Besinnung verlieren und vergehen vor Angst und in der Erwartung alles dessen, was kommen wird über die ganze Erde hin. Denn auch die Himmelskräfte werden in Erschütterung geraten. Dann aber werden sie schauen den Sohn des Menschen, wie er kommt aus den Wolken, in der Kraft und im Glanze seiner Offenbarung. Wenn dies alles anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt den Sinn zum Geiste. Die Stunde eurer Befreiung naht. Ja, ich sage euch, ehe noch die Zeit der heute lebenden Menschen zu Ende geht, wird das alles seinen Anfang nehmen. Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“

Wenn wir das hören wundert es uns nicht, wenn Leute heute sagen, phuuu wir leben ja in apokalyptischen Zeiten? Wann geht es wieder vorbei?

Ich möchte euch bitten, bis nächste Woche in achtsamer Weise den Satz in euren Herzen zu bewegen: "Dann aber werden sie schauen den Sohn des Menschen, wie er kommt aus den Wolken in der Kraft und im Glanze seiner Offenbarung." 

Wenn ihr mir etwas darüber schreiben wollt würde ich mich sehr freuen.

Stets in Christi Verbundenheit
Ihre  

Marina Gschwind Grieder